Eine Babydecke für den Neffen oder Heureka!! Pythagoras macht endlich Sinn

Hallo ihr Lieben,

okay, das mit der Regelmäßigkeit hier muss ich wohl üben. Aber Verdammt? Wo ist nur die Zeit hin??? Und wie machen das die Blogger, die ebenfalls arbeiten, ihren Hobbies nachgehen und dann auch noch im Gegensatz zu mir noch ne Familie haben, die sie auf Trab hält?! Also irgendwas mach in mit meinem Zeitmanagement scheinbar falsch (yupp, Privat bin ich da echt ne Lusche…bei der Arbeit geht das irgendwie alles sehr viel besser), denn ich bin regelrecht erschrocken :-O Wenn ihr also irgendwelche Tipps habt, wie man alles auf die Kette bekommt, dabei nicht die Nerven verliert weil man sich vielleicht das x-te Projekt noch auf die Nase gebunden hat, dann immer gerne her damit! Bin für jegliche Tipps sehr dankbar 🙂

Ich war die vergangenen Monate Nähtechnisch aber zum Glück nicht ganz so untätig. Da hat sich doch echt ein wenig was getan. Und dieses Projekt hat mich eigentlich schon mein fast einjähriges „Nähleben“ begleitet. Von der Stoffwahl, hin zur Planung des Musters mit Inkscape (nächstes Mal weiß ich, das macht man besser anders rum…), rüber zum Ausschneiden, bis hin zum Zusammennähen und Quilten…..Ich habe seeehr viel Zeit mit dieser Decke verbracht: Gedanklich und an der Maschine 🙂

Babydecke Zig Zag

Babydecke Chevron

Meine erste Babydecke

Und das ist sie also: meine erste Babydecke für meinen süßen kleinen Neffen ❤ ❤ Ich konnte Sie nun auch endlich am vergangenen Wochenende überreichen. Und ich muss sagen: Es ist doch schon ein super schönes Gefühl, wenn man die fertige Decke endlich in den Händen hält. Aber noch viel viel schöner war die Freude meiner Schwester (den Kurzen hat das nicht so interessiert, der hat die gaaaanze Zeit gepennt!) und die Gesichter vom ganzen Rest der Meute 🙂

Die Decke plante ich nun schon gute 10 Monate – also seit dem Zeitpunkt wo ich wusste, dass ich Tantchen werde. Und meinem Farbkombinations-Gespür konnte ich zum Zeitpunkt der Idee noch nicht wirklich vertrauen. Daher wählte ich für diese Decke doch den „einfacheren“ Weg und habe ein Stoffpaket aus der Riley Blake Serie „Good Natured“ (der Link führt zur Seite der Designer) über Dawanda gekauft. Ich weiß jetzt auch, dass ich erstmal mein Muster fest machen sollte BEVOR ich die Stoffe kaufe. Is ja eigentlich auch Logisch, aber ich mach die Sachen halt gerne anders. 😉

Babydecke Chevron

Babydecke Chevron

Insgesamt habe ich viele Monate auch mit Lesen verbracht, weil ich einfach viiieeel zu viele Frage auf meiner Liste stehen hatte. Welche Muster gibt es? Wie näht man ein Zickzack Muster? Wie näht man ein Binding? Was für ein Vlies benutzt man? Wie bügelt man die Nähte – offen oder zu einer Seite hin? Ich ahnte zu Beginn, dass Patchwork eine eigene Wissenschaft sein kann…aber dass ich so viel Lesen würde? Damit hab ich nicht gerechnet. Oh man, wieviele Stunden hab ich verbracht? Auf wievielen Blogs/Foren/Websites war ich? Wie viele Videos hab ich geschaut? Es sind unzählige. Ist vielleicht auch meinem Drang geschuldet, immer alles Planen zu wollen, damit ja nix schief gehen kann. Ist ein wenig mein Lebensmotto: wenn ich schon mal Sachen mach, dann aber gleich g’scheit und nix Halbes. Pffft…sonst kann ich das ja gleich ganz sein lassen.

Perfektionismus – hinfort mit dir!

Wenn mich nun aber eines meine Decke gelehrt hat, dann ist das die Tatsache, dass ein perfekt aufeinandertreffendes Dreieck zwar ein optimaler Zustand ist, aber wenn det mal nicht so ist, tja…dann bricht die Welt trotzdem net zusammen, weil’s am Ende eh keiner sieht! Und Tatsache! Keiner hat mich darauf angesprochen: „Ey, du! Da is die Naht aber net Perfekt *mümümümü*“

Vielleicht sollte ich demnächst mal ein paar tolle Links aufführen, die mir wirklich sehr weitergeholfen haben….(neee, neee….net erst in sechs Monaten 😉 ). Wirklich viel findet man natürlich auf englisch-sprachigen Seiten.

Babydecke Chevron mit Teddyplüsch

Babydecke Chevron mit Teddyplüsch

Die Rückseite (das sog. Backing) habe ich aus einem kuscheligen Teddyplüsch gemacht. Hilfe! Ich hab mich in diesen Plüsch verliebt! ❤ Der ist so kuschelig und flauschig. Da kann man sich nur reinmuckeln…. Der Plüsch hätte es beinahe geschafft, dass ich die Decke für mich behalte :-O Aber wie gut, dass ich soooo nen starken Willen habe 😉

Ich weiß, es gibt immer eine Diskussion darüber, welches Material für das Vlies verwendet werden sollte. Da gibt es kein „Richtig“ und kein „Falsch“, denn es hängt ganz einfach auch hier wieder zu sehr vom persönlichen Geschmack, Empfinden und schlußendlich auch vom Geldbeutel ab. Vliese gibt es aus vielen unterschiedlichen Materialen, vom Polyester, hin zum Gemisch, bis zu den Naturmaterialien wie Baumwolle und Bambus (ja, ihr habt richtig gelesen). Meine persönliche Neigung ist einfach hin zu Naturmaterialien und habe daher ein Vlies aus Baumwolle gewählt. Ich habe einfach nicht dieses angenehme Empfinden, wenn ich Stoffe aus Chemiefasern trage wie bei Baumwolle oder anderen. Und gerade bei Säuglingen, sollte es da nicht auch atmungsaktiv sein und den Lütten nicht zu sehr zum Schwitzen bringen?

Und wie quetsche ich nun den Stoff da durch???

Grandios, wie die Decke Form annimmt, wenn man die Lagen aufeinander legt und die Decke für das Zusammenstecken vorbereitet! Aber was hab ich mir in die Finger gepiekt und was hatte ich für Blasen an den Fingern, nachdem ich die 240 Sicherheitsnadeln durch die Stofflagen gepinnt habe. Geht das net irgendwie mit weniger Schmerz??? Ich denke, da war der Teddyplüsch nicht ganz unschuldig und kann mir vorstellen, dass es sich bei einer anderen Rückseite etwas anders verhält. Und ich habe mich natürlich brav an die goldene Regel gehalten: IMMER von der Mitte nach aussen streichen, pinnen und nähen!

Natürlich hatte ich gelesen, dass so ein Oberstofftransport wohl eine wahre Hilfe bei dieser Art von Projekt sein soll und hab mir kurzerhand den zu meiner Maschine Passenden, beim Nähmaschinenladen um die Ecke, gekauft. Ich hatte mir ein Probestück fertig gemacht, bestehend aus den drei Schichten, um zu testen und herauszufinden, wie ich die Stichgröße einzustellen habe. Auf diesem Probestück sieht ja immer alles so ganz Akkurat aus. Aber ganz ehrlich? Des war überhaupt KEINE Referenz dafür, wie ich dann die Decke unter Maschine manipuliere! Ich hatte meine Müh und Not, die Decke zu führen. Mein Stichbild ist daher an manchen Stellen echt Bescheiden 😦 In meinem Kopf hämmert es nur: „Von Weitem sieht man das nicht! Von Weitem sieht man das nicht! Von Weitem sieht man das nicht!“ – im Sekundentakt! Ja, von Weitem sieht man das nicht, klar. Aber trotzdem habe ich das Verhalten der Decke unterschätzt. Vielleicht ist auch der zur Verfügung stehende Platz echt nur suboptimal, aber irgendwie muss es doch gehen! Und irgendwie ging es auch…. „Von Weitem sieht man das nicht! Von Weitem sieht man das nicht! Von Weitem sieht man das nicht!“ Babydecke Chevron mit Teddyplüsch

Aber Fakt ist: ich brauch für eine Decke mehr Platz! Zumindest könnte das die Sache ein wenig erleichtern. Aber sehr viel größere Decken wird schwer: es passt nicht ganz so viel durch die Nähma-„Durchreiche“ (das Loch zwischen Nadel und der Wand der Maschine – hat das nen Namen?). Zumindest nicht, wenn die Rückseite aus Plüsch ist.

Ich habe seitlich von den jeweiligen Nähten gequiltet. Zu mehr hab ich mich noch nicht getraut. Ich habe allerdings das mit dem Nahtschatten noch nicht so richtig verstanden. Da muss ich noch ne gute Erklärung finden. Sticht man da echt IN die Naht direkt rein?? Hält sowas überhaupt? Ich bin doch irgendwie sehr skeptisch und hab da bestimmt was Falsch verstanden.

Oh, und was kann man für wunderschöne Quilt Muster machen? Ein Ziel hab ich mir gesetzt: ich möchte gerne Freihandquilten lernen. Ist das in meiner noch jungen „Nähkarriere“ vielleicht doch ein zu gewagtes Ziel?

Ich Angsthase beim Gedanken an das Binding

Das Binding….ufz, das hat mir lange Kopfzerbrechen bereitet und hat mich die größte Überwindung gekostet. Zu groß war da irgendwie die Angst, die gesamte Decke dadurch zu versauen. An meinem kleinen Probestück habe die beiden Möglichkeiten ein Binding zu machen ausprobiert und auch eine Ecke gemacht. Allein das Thema Binding (die „Umrandung“) verdient einen eigenen Eintrag (…neeeext on my list). Nun mach ich es kurz: Beim probieren realisierte ich, dass ich nur eine Option wählen konnte, wenn ich ein breiteres Binding haben wollte.

Und was war? Ich hätte mir mein Kopfkino und Worst-Case-Szenario ausmalen echt sparen können! Das ging erstaunlich gut und sogar meine Ecken sehen net schlimm aus *Freude* Aber es hat sich absolut gelohnt, dies vorher an einem Probestück zu testen. Das gibt einem nicht nur Mut, man kann auch gleich sehen, ob auch hier die Stichlänge richtig ist. Fazit: es ist meistens alles noch nicht mal halb so schlimm. Es kam mir so vor, als würde das Binding das Gebilde erst richtig zur Decke werden lassen. Ich weiß, das klingt gleich schwülstig, aber es kam mir so ein wenig vor, als würde sie zum Leben erweckt.

Babydecke mit Teddyplüsch

Babydecke mit Teddyplüsch

 

Ja, ich bin ein klein wenig Stolz 🙂 Für eine erste Decke, ist sie gar nicht so schlecht geworden UND ich hab an vielen Stellen meinen inneren Schweinehund überwunden. Ach ja und noch viel wichtiger: ich habe die Wunschmaße so gut wie erreicht. Nur 2 cm drüber: Breite 102cm, Höhe 122 cm. 😀

Und alles hat mir sogar so viel Spaß gemacht, dass ich nun die nächste Decke plane und das wird das Erste, was ich für mich nähen werde. Ich habe mir zwei wunderschöne Muster gekauft und schwanke zwischen diesen beiden. Und dann die Stoffe….das wird ne harte Entscheidung.

Wie macht ihr das mit den Stoffen? Wie legt ihr euch bei einem Projekt fest? Diese unendliche Auswahl macht es einem doch nicht immer leicht? Kauft ihr dann Projektbezogen? Oder seid ihr Spontankäufer? Schon wieder Fragen über Fragen =))

Eure

Caramlu kurz

 

 

 

 

 

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